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 Herdenschutzhund Komondor

Rasse: Komondor
Weitere Namen: Komondorok (mehrzahl)
Herkunftsland: Ungarn
Verwendung: Herdenschutzhund
Farbe: weiß, niemals gescheckt
Größe: Rüden 70-80 cm, Hündinnen 65 -70 cm
Gewicht: Rüden ca. 65 kg, Hündinnen ca. 60 kg

Der Komondor
"König der Hirtenhunde" wird er genannt, der Kommondor. Er ist der wohl auffälligste Vertreter der Herdenschutzhunderassen. In seiner Heimat Ungarn ist er als Hund mit "Wach- und Schutzaufgaben" sehr geachtet. Seine unbestechliche Konsequenz ist bekannt und seine optisch einmalige Erscheinung veranlasst beim blosen Anblick manchen Fussgänger zum Wechsel der Strassenseite. Sin Name läßt verschiedene Deutungsmöglichkeiten zu und selbst Experten sind sich darüber nicht einig. Manche halten "komor" (=düster), andere Komandeur für sinngebend, zusätzlich fand man bei Ausgrabungen in der biblischen Stadt Ur Tontafeln, auf denen grosse zotthaarige Hunde zusammmen mit Rindern abgebildet und mit KU-MUND-UR bezeichnet waren. Die enge Verwandschaft zur Tibetdogge steht fest und über sie die Abstammung vom Molosser und Bronzehund. Ganz offensichtlich auffällig ist der Komondor durch die Struktur seines Felles über das diese Rasse seit Jahrhunderten beschrieben wird. In vielen Schriften und Hinweisen zur Geschichte wird in Zusammenhang mit den Beutezügen der früheren Ungarn auf deren mitgeführten "zottigen" Hunde verwiesen. Dieses Deckhaar, "Schnüre" genannt, umgibt der Komondor am ganzen Körper. Es ist charakteristisch und wird nicht geschoren. Erst nach mehreren Jahren bildet sich das Deckhaar zu Schnüren. Im Welpenalter hat der Komondor ein weiches, weißes Fell.

Wesen
Wie alle Herdenschutzhunde so ist auch das Verhalten des Komondors geprägt von höchster Wachsamkeit und strenger Verteidigung von Haus und Hof. Seit jahrtausenden dient diese Rasse den Hirten des ungarischen, türkischen und asiatischen Raumes als getreuer Freund und Helfer. Den nomadisierenden Hirten ist ihre Vieherde die Lebensgrundlage, der höchste Wert der Gemeinschaft, der unter allen Umständen geschützt und erhalten werden muss. Und diesen Schutz gewährt der Komondor. Seiner Aufmerksamkeit entgeht nichts. Völlig lautlos, aus der Ruhe greift er an, unbestechlich, zuverlässig, wirksam, auch und besonders nachts. Obwohl scheinbar entspannt ruhend und dösend, sind seine Sinne immer wachsam und ohne groß zu warnen tut er schützend seine Pflicht, wenn Gefahr für das ihm anvertraute Gut, sei´s seine Herde oder seine Menschen, im Verzug ist. Durch ihren sprichwörtlichen Mut, ihre Klugheit und ihre unglaublichen Instinkte sind diese selbständigen, ruhigen und selbstbewußten Hund in der Lage, Herden und Gehöfte vor jeder Gefahr wirksam zu schützen. Allein ihre Anwesenheit hält Wölfe, Koyoten und Raubkatzen ab, sie müssen meist nicht angreifen wie aktuelle Forschungsergebnisse bestätigen.

Besonderheiten des Felles
Das Zotthaarkleid des Komondors ist etwas von Grund auf anderes, als das Haarkleid bei anderen Rassen, mit Ausnahme des ungarischen Pulis, dessen Haarkleid ist beinah mit dem des Komondors identisch. Schon auf den Bildern sehen Sie, daß die Haare sich zu Schnüren geformt und filzähnliche Strukturen gebildet gehaben. Die Pflege dieses besonderen Haarkleides ist beileibe keine Kunst, sie ist nur vollkommen anders. Beim Komondor ist das einzelne „lebende“ Haar selten über 9 cm lang. Es hat durch seine ihm eigene Struktur die Eigenschaft, daß es mit den anderen Haaren zusammenhält und das umso leichter, je zahlreicher die spindelförmigen Einschnürungen der einzelnen Haare sind: Die ausgefallenen Haare schieben sich an den festsitzenden Haaren entlang, ja verweben sich regelrecht und bilden mit der Zeit die gewünschten Zotten oder Schnüre. Die Länge des Haarkleides ist an der Kruppe, in der Lendengegend und an der Hinterseite der Oberschenkel am längsten (mind. 20-27 cm), am Rücken, seitlich an der Brust und in der Schulterblattgegend mittellang (mind. 15-22 cm), an den Backen, Augenbrauenbogen, auf der Höhe des Kopfes, an den Ohren, am Hals und an den Gliedmaßen kürzer (10-18 cm) an den Lefzen und unten an den Gliedmaßen am kürzesten (9-11 cm).
Dieses Zotthaarkleid ist durch seinen speziellen Aufbau für den Hund wirksam wie eine Klimakammer. Es hält ihn warm und trocken, schützt ihn vor Auskühlung und Überhitzung, ist angenehm isolierend beim Liegen u. ein idealer Schutz vor Biß- oder Rißverletzungen. Leidet der Komondor nicht im Sommer? Nein, denn er sucht sich einen schattigen Liegeplatz am Abend, wenn er aktiv wird, ist es nicht mehr so heiß und die Nächte sind sowieso angenehm kühl. Selbstredend sollt man mit ihm im Hochsommer oder an heißen Tagen keine Gewaltmärsche unternehmen, das ist auch für Hunde mit kürzerem Fell nicht angebracht. Einen Komondor im heißen Auto zurücklassen ist gefährlich, wie für jeden Hund; dies entspricht nicht den natürlichen Bedingungen.

Anforderungen an den Besitzer
Sein Besitzer sollte ihm charakterlich ebenbürtig sein, also ein Mensch mit natürlichem nicht vorgetäuschtem oder auftrumpfenden - Selbstbewußtsein, Intelligenz und echter Zuneigung für den Hund sowie dem Wissen, daß man den Komondor weder ungerecht bestrafen noch mit körperlicher Härte erziehen oder behandeln darf. Der Komondor wird ein angenehmer Familienhund, wenn er mit sachkundiger und liebevoller Einfühlung, Geduld und Konsequenz erzogen wird. Er wird nicht den Gehorsam z.B. eines deutschen Schäferhundes zeigen, der Komondorcharakter ist von völlig anderer Art, daher läßt er sich auch nicht „abrichten“, wer so etwas sucht, sollte nicht den Komondor wählen! Härte, Gewalt und Ungerechtigkeit läßt er sich nicht gefallen, er wird sich wehren u. vor allen Dingen das Vertrauen zu seinem Menschen verlieren und dann wird es schwierig. Tagsüber ruhig ruhend, nachts hingegen gerne patroullierend, versieht der Komondor unbestechlich und zuverlässig seinen Dienst. Er freut sich über ausgiebige Spaziergänge, hat jedoch meist nicht das ausgeprägte Laufbedürfnis seines Vetters Kuvasz Ausnahmen bestätigen die Regel. Zwinger-oder Kettenhaltung sind unbedingt zu vermeiden, das ertragen diese Hunde nicht ohne Wesensänderung zum Negativen hin.Der Komondor erweckt im Betrachter Staunen und Bewunderung, wohl auch manchmal Unverständnis oder Furcht. Unter seinem bis zu bodenlangen Zotthaarfell sind starke Gliedmaßen und ein harmonisches, stark bemuskeltes Gebäude verborgen. Auch Kopf und Gesicht sind völlig mit Zotten bedeckt, daher ist keine Mimik sichtbar, für den Fremden ist es nicht möglich, seine Gefühlsregungen zu erkennen und zu deuten. Sein eigener Herr oder sein Frauchen hingegen, die mit ihm in enger u. vertrauensvoller Beziehung leben, lernen schnell, seine Gefühle an seiner Körperhaltung abzulesen.
Der Komondor ist ein ausgesprochener Spätentwickler, Rüden sind erst ab 2 Jahren körperlich ausgewachsen, charakterlich richtig erwachsen ab 3 Jahren, bei Hündinnen tritt die Reife etwas eher ein, ab ca. 18 Monaten.

© Klub f. ungarische Hirtenhunde (Text/Bild1), Freunde des Herdenschutzhundes (Bild 2 u. Bild 3)
 


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