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Ist Babesiose bei uns heimisch?
 
Webmaster - 29.04.2002 | 21:41

In der Region Grenchen, Schweiz, sind Fälle von Babesiose aufgetreten - eine seltene, aber nicht unbekannte Krankheit bei Hunden (und Menschen). Die Krankheit wird durch Zeckenarten übertragen.

Tierarzt Urs Tanner erinnert sich, dass er vor zirka drei Jahren das letzte Mal bei Hunden die Diagnose Babesiose stellen musste. Ein Tier sei erkrankt aus Griechenland, das andere aus dem Burgund in die Region Grenchen zurückgekehrt, weiss der Grenchner Tierarzt noch ganz genau. Innert kürzester Zeit haben der Tierarzt Peter Blaser aus Bettlach und seine Grenchner Kollegin Irene Keller zwei Hunde gegen Babesiose behandeln müssen. «Zu mir kam das erkrankte Tier als Notfall», sagt Irene Keller. «Meine Diagnose hat dann auch der nachbehandelnde Kollege Blaser bestätigt.» Bei beiden Hunden habe etwas nicht ins bisher bekannte Krankheitsbild gepasst, so Keller, und weiter: «Sie waren vor ihrer Krankheit nicht im Ausland, sondern in der Region Grenchen, der eine Hund höchstens bis Tramelan unterwegs.» Dies lasse vermuten, dass die Krankheit auch hier «heimisch» geworden sei.

Bessere Überlebenschancen Die Tierärzte glauben denn auch den Grund für das plötzliche Auftreten der Babesiose zu kennen. «Die Buntzecken, sie sind die Überträger der Krankheitserreger, lieben die Wärme. Darum galten bislang die Mittelmeergebiete als besonders gefährdet. Wegen der viel zu warmen Wintermonate haben die Zecken auch bei uns bessere Überlebenschancen», vermutet nicht nur Irene Keller. Sie macht aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass der weit verbreitete Holzbock nicht mit der Babesiose in Verbindung gebracht werden dürfe. Direkt von Hund zu Hund (oder Mensch) werde die Krankheit nicht übertragen, ist von der Tierärztin weiter zu erfahren.

Klare Symptome «Ein Hund, der an Babesiose erkrankt, ist schlapp, hat bis zu 42 Grad Fieber - Normaltemperatur ist 38,5 Grad - und was typisch ist, löst rot-braunen bis grünlich-braunen Urin», erklärt Irene Keller die Symptome der Krankheit. Es sei aber kein Blut im Urin, sondern der rote Blutfarbstoff, präzisiert sie. «Wichtig ist, dass Hundehalterinnen und Hundehalter beim Feststellen dieser Symptome mit ihrem Tier sofort den Haustierarzt aufsuchen. Babesiose kann, wenn rechtzeitig diagnostiziert, behandelt werden», erklärt Keller. Es bestünde auch die Möglichkeit der Prophylaxe durch eine Impfung. Eine solche sei jedoch eher fraglich, da die Krankheit eben behandelbar ist. «Wenn jedoch Babesiose nicht rechtzeitig therapiert wird, so kann das beim erkrankten Tier zu Nierenversagen mit meistens tödlichem Krankheitsverlauf führen», will die Tierärztin nicht in Panik machen, aber auch nichts verharmlosen.

Gute Zeckenprophylaxe Das Wichtigste sei, die Vierbeiner vor dem Zeckenbefall wirksam zu schützen. In der tierärztlichen Praxis kämen speziell gegen Zecken gerichtete Wirkstoffe zum Einsatz. «Es kann dies in Form von Halsbändern, Sprays oder einer Tropflösung sein», nennt Irene Keller die gängigsten Arten. «Wer für seinen Hund eine wirklich gute Zeckenprophylaxe haben will, setzt sich am besten mit seinem Haustierarzt in Verbindung und lässt sich von diesem über die geeignetste Behandlung beraten», rät Tierärztin Keller.

Quelle: Bieler Tagblatt




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