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Sanfte Medizin für den Vierbeiner
 
Webmaster - 29.04.2002 | 21:34

Nicht nur die frühlingsüblichen Allergien, auch Hustenanfälle kuriert Dagmar Masemann in ihrer Tierheilpraxis. Überbleibsel vom Winter. Dagmar Masemann aus Langwedel heilt sie mit sanfter Medizin: Sie ist Tierheilpraktikerin für Hunde, Katzen und Pferde.

Nicht nur die frühlingsüblichen Allergien, auch Hustenanfälle kuriert Dagmar Masemann in ihrer Tierheilpraxis. Überbleibsel vom Winter. Dagmar Masemann aus Langwedel heilt sie mit sanfter Medizin: Sie ist Tierheilpraktikerin für Hunde, Katzen und Pferde.

Zu ihren Patienten zählt unter anderem Mops Othello. Diagnose: Lungenentzündung. "Cortison und Antibiotika haben nicht geholfen³, sagt Masemann. Ärzte wollten den Hund einschläfern. Letzte Rettung verspricht sich der Besitzer von der Tierheilerin. Der Hund atmet schwer und fällt öfters in Ohnmacht. Wenn er wach ist, quälen ihn krampfartiger Husten und Brechreiz. Zuerst fragt die Heilkundlerin den Hundebesitzer, zu welcher Tageszeit der Hund am schlimmsten hustet. Dann beobachtet sie, wie sich der Vierbeiner ihr gegenüber verhält. Freundlich, ängstlich oder zudringlich. Beim Streicheln erfühlt die Langwedelerin, ob das Tier gesundes Fell hat und sauber gehalten wird. "Auch wie kräftig es ist, muss ich abchecken³, sagt sie. Dann kommt, wie nebenbei, das Stethoskop zum Einsatz. Während sich Othello kraulen lässt, erhorcht sie, was das Virus in der Lunge angerichtet hat. Ein Blick auf Zähne, Augen und Ohren vervollkommnet das Bild. Abgestimmt auf seine Symptome gibt Masemann ihm Apis, eine homöopatisch aufbereitete Honigbiene. "Davon schwellen die Schleimhäute ab, sagt sie. Ipecaunha, umgangssprachlich auch Brechwurzel-Kügelchen genannt, sollen gegen den Würgereiz helfen. Was klingt wie aus guten alten Quacksalberzeiten, hat Othello das Leben gerettet.

Wenige Tage später ist er wieder mopsfidel. Einer eher verhaltenstherapeutischen Richtung haben sich Kirsten Rüscher-Siebert und Ehemann Gerd-Holger verschrieben. Die beiden Emtinghauser sind auf Hunde spezialisiert. Bei Arthritis zum Beispiel bekommt der Vierbeiner keine Medikamente, sondern Krankengymnastik von Herrchen verordnet. Der Vierbeiner darf gemütlich auf der Pritsche liegen, während der Mensch mit Streichelübungen die Muskeln auflockert oder liebevoll das kranke Bein vor und zurück bewegt. "Viele Hunde haben dabei aber keine Geduld³, sagt Rüscher-Siebert. Dann müsse Herrchen beim Hin- und Herlaufen massieren. Auch bei den Sieberts muss sich der vierbeinige Patient einer intensiven Beobachtung unterziehen. Kirsten Rüscher-Siebert fragt den Besitzer über sein Leben und das des Hundes aus. So habe sie oftmals schon eine Ursache für das Leiden gefunden. "Das kann soweit gehen, dass der Hund Magengeschwüre bekommt, wenn sein Herrchen Liebeskummer hat, erklärt Siebert. Masemann wie Sieberts wissen im Notfall genau: Bei ihnen ist nur Erste Hilfe erlaubt. Operationen oder die Behandlung von schweren Krankheiten bleiben den Tierärzten vorbehalten. "Unsere vorrangige Aufgabe ist es, über den Tierarzt hinaus zu helfen und Mut zu geben, so Kirsten Siebert.

Wer eigentlich ein guter Heilpraktiker ist, kann selbst Hartmut Rusack, Leiter des Veterinäramtes in Verden, nicht genau sagen. Er gehe davon aus, dass alle gut arbeiteten. "Im Landkreis hat es noch keine Auffälligkeiten gegeben.³ Gerd-Holger Siebert hat ein Diplom in der Tasche, und Dagmar Masemann hat drei Jahre an einer Schule für Tierheilpraktiker gelernt. Wie viele Schilder "Heilpraktiker³ bei ungelernten an den Türen hängen, kann Rusack nicht sagen. "Sie werden nicht amtlich registriert. Bei uns bekannten Heilpraktikern kontrollieren wir, welche Substanzen sie in ihrem Arzneischrank aufbewahren und verordnen³, sagt Kreis-Veterinär Rusack.



Quelle: Weser-Kurier





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